Milchstau und Brustdrüsenentzündung

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Physiologische Brustdrüsenschwellung

Während der ersten Tage nach der Geburt sind die Brüste noch weich und produzieren das Kolostrum, die Erstmilch. Das Kolostrum kann zahlreiche verschiedene Färbungen annehmen und, wenngleich die Menge gering erscheinen mag, wird es genau in der richtigen Menge produziert. Das Kolostrum ist reich an Immunfaktoren, die das Neugeborene schützen.
Innerhalb von ca. 72 Stunden werden Sie Veränderungen an Ihren Brüsten wahrnehmen. Sie fühlen sich prall, fest, warm und möglicherweise auch hart an, sobald die Milchproduktion zunimmt und das Kolostrum allmählich in reife Milch übergeht. Der Fachbegriff für diese Veränderung der Brustfülle lautet physiologische Brustdrüsenschwellung.
Ein leichtes bis mässiges Unbehagen ist ganz normal. Bei einigen Frauen dauert dieser Zustand nur ca. 16 - 24 Stunden an, bei anderen wiederum kann die Brustdrüsenschwellung stärker sein und mehrere Tage andauern.
Das Volumen Ihrer Brüste wird sich mit der Zeit einspielen und sie werden genau die Menge an Milch produzieren, die ihr Kind benötigt. Falls die Brustdrüsenschwellung extrem ist oder über einen längeren Zeitraum anhält und schmerzhaft ist, sollten Sie eine Fachperson oder einen Arzt aufsuchen. Ihr Baby kann Ihnen beim Abbau der physiologischen Brustdrüsenschwellung behilflich sein, indem sie es regelmässig zum Trinken anlegen. Sie sollten innerhalb von 24 Stunden mindestens 8 bis 12 Mal stillen. Wenn Sie Ihr Baby nicht richtig oder zu selten anlegen, kann es zu einem Milchstau kommen. (Sie können den Druck auch durch Abpumpen der Milch reduzieren.)
Durch den Druck sind die Brüste weniger elastisch, was wiederum zu Problemen beim Anlegen oder zu einer Entzündung der Brustwarzen führen kann.
Die physiologische Brustdrüsenschwellung sollte sich innerhalb von 1 1/2Tagen von selbst zurückbilden. Falls sie länger andauert, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Pathologische Brustdrüsenschwellung

Falls das Problem nach den ersten sieben bis zehn Tagen auftritt und sich ein extremes Druck- oder Schmerzgefühl einstellt, könnte es sich um eine pathologische Brustdrüsenschwellung handeln, die von einer Verstopfung der Brustdrüsen oder einer Infektion herrühren kann.
Falsches Anlegen ist in der Regel die Ursache für die Verstopfung der Milchgänge und führt schliesslich zum Anschwellen der Brust.
Die Brust wird Stellenweise hart und kann dort auch Rötungen aufweisen.
Eine veränderte Stillposition kann Abhilfe schaffen, ebenso eine Massage des betroffenen Bereichs vor und manchmal auch während des Stillens.
Häufiges Anlegen sorgt für einen kontinuierlichen Milchfluss. Stellen Sie jedoch sicher, dass Sie Ihr Baby richtig anlegen, indem Sie sich von Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt beraten lassen.
Wird die Milch nicht durch das Baby oder eine Milchpumpe entleert, löst sie in der Brust eine chemische Reaktion aus, die wiederum für eine verminderte Milchproduktion sorgt. Eine nachhaltige, längere Brustdrüsenschwellung führt zu einer verminderten Milchproduktion und kann zu einer Entzündung der Brustdrüse führen (Mastitis).

Mastitis

Bei der Mastitis handelt es sich um eine Entzündung der Brustdrüse oder des Brustgewebes. Eine Mastitis kann durch internen oder externen Druck entstehen, der zu einer Milchstasis führt. Eine verlängerte Brustdrüsenschwellung kann, genau wie die Nichtbehandlung eingerissener Brustwarzen, zu einer Mastitis führen.

Anzeichen einer Mastitis:

  • harte Beschaffenheit in einem bestimmten Bereich der Brust
  • gerötete, überwärmte Bereiche der Brust
  • allgemeines Unwohlsein
  • grippeähnliche Symptome
  • Fieber

Bei Auftreten dieser Anzeichen sollten Sie ärztliche Hilfe einholen.

Behandlung:

  • Häufiges Stillen und/oder Abpumpen zur Linderung der Schwellung und Förderung des Milchflusses.
  • Ausruhen
  • Massage der Brust und insbesondere der betroffenen Bereiche
  • warme Auflagen vor dem Stillen zur Optimierung des Milchflusses
  • Möglicherweise Einnahme von Medikamenten
  • Wenden Sie sich an Ihre Hebamme oder Ihren Arzt

Literatur:

  • International Lactation Consultant Association
    www.ilca.org
  • La Leche League International