Aktiv sein stärkt
„Bleiben Sie aktiv und beschäftigen Sie sich. Das stärkt Ihr Selbstbewusstsein und bietet Ihnen Ablenkung." Amy führt trotz aller Schwierigkeiten ein erfülltes Leben. Dass sie ein Tracheostoma hat, hat sie nie beeinträchtigt.
Glückliche Kindheit trotz Tracheostoma
Da sie zu früh auf die Welt kam, behandelten die Ärzte Amys Tracheostoma sofort nach ihrer Geburt. Während ihrer ersten drei Lebensjahre war sie intubiert, sie konnte nicht sprechen und kommunizierte durch Zeichensprache. Mit dreieinhalb Jahre entfernten die Ärzte die Kanüle, doch ihre Atemwege waren noch zu 80 bis 85 Prozent blockiert. Körperlich anstrengende Tätigkeiten waren unmöglich. Dennoch sagt sie rückblickend: „Trotz allem war ich ein sehr glückliches Kind."
Schwierige Teenagerjahre mit Tracheostoma
Im 17. Lebensjahr folgten zwei Rekonstruktionsoperationen an Kehlkopf und Luftröhre. Infolgedessen wurde Amy erstmals seit ihrem dritten Lebensjahr wieder intubiert. Amy weiss, dass es auch ohne Tracheostoma schwierig genug ist, ein Teenager zu sein. „Im ersten Jahr trug ich jeden Tag einen Schal oder einen Rollkragenpullover, damit die Leute nicht auf meinen Hals starrten. Doch dann hatte ich genug davon. Man muss lernen, mit den Reaktionen und der eigenen Befangenheit umzugehen."
„Das Tracheostoma positiv sehen"
Dank dem Tracheostoma hat Amy nun nahezu keine Schwierigkeiten mehr beim Atmen.
„Das war für mich etwas ganz Neues und ich nutzte es aus, um endlich aktiver zu sein. Ich begann mit dem Laufen und schaffte schon bald die erste Meile in meinem Leben."
Ein Tracheostoma zu haben ist eine Herausforderung
Amy gibt zu, dass es eine Herausforderung ist, mit einem Tracheostoma zu leben. Sie hat immer eine Ersatzkanüle, ein Band zur Fixierung, Desinfektions- und Gleitmittel dabei. „Ihr Arzt lügt nicht, wenn er Ihnen empfiehlt, einen Befeuchter zu verwenden. Ich dachte ich bräuchte das nicht und weigerte mich, einen Befeuchtungs-Kragen zu verwenden. Als Folge trockneten meine Atemwege und meine Lungen so stark aus, dass ich tagelang hustete."
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- Amy mit ihren Freundinnen
Zukunftsträume mit Tracheostoma verwirklichen
Mittlerweile ist Amy 18 Jahre alt und wurde endgültig auf einen T-Tubus umgestellt. Diese Art von Tracheostoma stützt die Atemwege, so dass sie heilen können. Sie studiert Biologie und Anthropologie und träumt davon, Ärztin zu werden. Die Erfahrungen mit dem Tracheostoma schenken ihr eine besondere Sichtweise. „Mitgefühl ist etwas Grossartiges, aber es gibt keinen Ersatz für die selbst gemachten Erfahrungen."
Sogar Reisen ist mit einem Tracheostoma ohne weiteres möglich, sofern man sich richtig darauf vorbereitet. „Menschen, die wegen eines Nerven- oder Muskelleidens tracheotomiert sind, können vielleicht nicht stark husten und benötigen deshalb wahrscheinlich eine tragbare Absaugvorrichtung."
Emotionale Aufarbeitung des Tracheostoma als Erfolgsfaktor
Die emotionale Aufarbeitung des Tracheostomas kann ebenso belastend sein wie die körperlichen Beschwerden. Amy hat herausgefunden, dass es psychologisch wichtig ist, auf andere Menschen wie selbstverständlich zuzugehen und am Leben teilzunehmen. Dies ist der beste Weg, um mit dem Tracheostoma fertig zu werden.
„Nicht aufgeben!" lautet die Devise
Und Amys wichtigster Ratschlag für Menschen mit Tracheostoma? „Geben Sie nicht auf! Ich weiss, es ist sehr schwierig, vielleicht sogar kaum zu verstehen - aber es ist das Beste, was Sie tun können. Meine Atemwegsprobleme werden mich immer begleiten, aber ich will nicht, dass sie mich behindern."

