


Medela veröffentlichte vor kurzem die Resultate von Forschungsarbeiten, welche 160-jährige überlieferte Weisheiten über die weibliche Brust umstoßen. Daraus ergeben sich für Frauen wichtige Schlussfolgerungen.
Was hat sich geändert?
|
Vergrößerte Abbildung Downloads
|
Professor Peter Hartmann, Dr. Donna Geddes (geborene Ramsay) und ihr Team, untersuchten in Zusammenarbeit mit Medela im Rahmen der Human Lactation Research Gruppe an der University of Western Australia die laktierende Brust mit Hilfe einer komplexen Ultraschall-Technologie.
Ihre Beobachtungen stießen eine Anzahl von allgemein akzeptierten Schlussfolgerungen um. Das neue Bild der Anatomie der Brust legt Änderungen in der Art, wie die Brust - besonders bei Operationen - gepflegt werden sollte, nahe. Und sie werden stillenden Müttern ein besseres Verständnis über die Funktionsweise ihrer Brust geben, zum Wohl ihrer eigenen Gesundheit und derjenigen ihres Babys.
Neben vielen anderen neuartigen Einsichten fand Dr. Ramsay heraus, dass die Anzahl der Milchgänge geringer ist als früher angenommen. Bei Operationen zur Veränderung der Brustgröße muss dies berücksichtigt werden, da der Verlust von nur wenigen Milchdrüsengängen die Fähigkeit einer Frau zu stillen, stark beeinträchtigen kann.
Unser Verständnis, wie die Brust Milch produziert und abgibt, hat sich ebenfalls verändert. Das bisher akzeptierte Modell schließt sogenannte Milchseen ein, von denen angenommen wurde, dass sie Milch speichern. Es stellt sich heraus, dass diese Milchseen in Wirklichkeit nicht existieren.
Wegen der ungleichmäßigen Verteilung der Milchdrüsen, des Fehlens der Milchseen und wegen der hohen Variabilität in der Anzahl der Milchdrüsengänge, müssen Mütter ihre eigenen, spezifischen anatomischen Eigenheiten berücksichtigen, wenn sie während des Stillens oder des Ausstreichens von Hand, ihre Brüste mit den Händen unterstützen wollen. Die Untersuchungen zeigen auch, dass ein schneller Milchfluss wichtig für eine effiziente Gewinnung von Milch ist, und dass die Wahl der richtigen Grösse der Brusthauben ausserordentlich wichtig ist.
„Die Vorteile des Stillens werden laufend offensichtlicher, und mehr Frauen wollen ihre Kinder stillen. Aber Stillen kann ein schwieriger Vorgang sein. Deshalb ist diese Forschungsarbeit so wichtig. Sie wird dazu beitragen, dass Frauen und ihr Pflegeteam ihre Brüste besser verstehen und daher Stillversuche erleichtern. Und sie wird denen, bei welchen Brustoperationen nötig sind, helfen, dafür zu sorgen, dass ihre Chirurgen ihre Fähigkeit zu stillen nicht unbeabsichtigt mehr gefährden als notwendig.“

