Zusammensetzung der Muttermilch

Muttermilch ist die beste Ernährung für den Säugling und speziell auf Ihr Baby abgestimmt. Die Zusammensetzung der Nährstoffe in der Muttermilch ist einzigartig und deckt auf perfekte Weise die Bedürfnisse des schnell wachsenden Babys. Muttermilch durchläuft verschiedene Entwicklungsstufen: Kolostrum, Übergangsmilch (transitorische Milch) und reife Muttermilch.

Kolostrum

In den ersten Tagen nach der Geburt bildet die Frau eine besondere Milch, die dick, klebrig und gelblich aussieht. Diese besondere Milch wird Kolostrum genannt und enthält große Mengen an Antikörpern und Wachstumsfaktoren. Das Kolostrum fördert die Entwicklung des Verdauungstraktes des Babys. Seine infektionshemmenden Eigenschaften wirken wie eine erste Impfung.

Kolostrum wirkt abführend, so dass das Baby das Mekonium (den ersten Stuhlgang) leichter ausscheiden kann. Auf diese Weise trägt es dazu bei, der Neugeborenengelbsucht vorzubeugen, da das Bilirubin aus dem Darm ausgeschieden wird. Obwohl nur geringe Mengen Kolostrum gebildet werden, braucht das Baby in den ersten Tagen normalerweise nichts anderes.

Übergangsmilch (Transitorische Milch)

In den darauf folgenden zwei Wochen nimmt die Milchmenge zu und Aussehen und Zusammensetzung der Muttermilch verändern sich. Während der Gehalt an Immunglobulinen und Eiweiss abnimmt, erhöhen sich die Anteile an Fett und Zucker. Zu diesem Zeitpunkt können sich die Brüste voll, fest und schwer anfühlen. Diese normale Brustdrüsenschwellung – die manchmal als „Milcheinschuss“ bezeichnet wird – kann durch häufiges Anlegen gemildert werden.

Reife Muttermilch

Manche Menschen verwirrt das Aussehen der reifen Muttermilch, die dünner und wässriger als Kuhmilch wirkt. Doch sie enthält alle Nährstoffe, die für eine gesunde Entwicklung des Babys erforderlich sind. Muttermilch ist niemals „zu dünn“. Die reife Muttermilch verändert sich auch im Verlauf der einzelnen Stillmahlzeit, um exakt den Bedürfnissen des Babys zu entsprechen.

Zu Beginn der Stillmahlzeit fließende Milch wird Vordermilch genannt. Vordermilch hat einen niedrigen Fettgehalt und einen hohen Anteil an Laktose, Zucker, Eiweiss, Vitaminen, Mineralien und Wasser. Im Verlauf der Stillmahlzeit wird die Milch zur Hintermilch, die mehr Fett enthält. Die Unterscheidung in Vorder- und Hintermilch ist in der Regel jedoch eine rein akademische Frage. Der Fettgehalt nimmt von Beginn bis Ende der Stillmahlzeit fortlaufend zu.