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Gründe für zu wenig Milch

Zeit zum Lesen: 1 min.

Eine unzureichende Milchmenge ist einer der am häufigsten angegebenen Gründe für ein frühzeitiges Abbrechen des Stillens. Eine zu geringe Milchbildung kann medizinische Ursachen haben, die das Baby daran hindern, effektiv an der Brust zu trinken. Dazu zählen Zungenbandverwachsungen, Gaumenspalten, neurologische Probleme, Malabsorption von Nährstoffen und Stoffwechselstörungen. Falls gesundheitliche Probleme des Babys ausgeschlossen werden können, ist die Ursache wahrscheinlich bei der Mutter zu finden.

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Eine primäre Laktationsinsuffizienz tritt bei fünf Prozent der Mütter auf. Sie entsteht aufgrund von unzureichendem Drüsengewebe durch Brustanomalitäten, Brust- oder Brustwarzenoperationen (medizinisch oder kosmetisch) oder anderen Ursachen. Die sekundäre Laktationsinsuffizienz, die häufiger auftritt, ist meist die Folge von Stillfehlern oder des Gebrauchs von Säuglingsersatznahrung, was zu einer verringerten Milchsynthese und schließlich zu einer unzureichenden Milchmenge führt. 


Anzeichen für eine zu geringe Muttermilchmenge

Beim Baby können gegebenenfalls verzögerte Darmbewegungen, verringerter Urinfluss, Gelbsucht, Gewichtsverlust nach der Geburt und Lethargie beobachtet werden. Während des Stillens zeigt sich das Baby an der Brust schläfrig oder frustriert oder saugt nur kurzzeitig kontinuierlich. 


Überprüfung der Milchbildung

Ein Besuch bei einer Stillberaterin oder Hebamme ist der erste notwendige Schritt. Besteht der Verdacht einer unzureichenden Milchbildung, kann die Mutter unter Anleitung der medizinischen Fachkraft ihre Milchmenge messen, indem sie ihr Baby über einen Zeitraum von 24 Stunden vor und nach jeder Stillmahlzeit wiegt (ohne seine Kleidung zu wechseln). Die durchschnittlich normale Milchproduktion für gesunde termingeborene Babys liegt zwischen 750 und 800 ml/Tag (Spektrum von 478 bis 1356 ml/Tag) – siehe Was ist beim Stillen normal?


Management

Zusammen mit einer Stillberaterin oder einer medizinischen Fachkraft sollte ein Plan aufgestellt und seine Einhaltung überwacht werden. Der Schlüssel zur Steigerung der Milchbildung ist die häufige und gründliche Entleerung der Brüste. Da die meisten Babys ca. 67 Prozent der verfügbaren Milch aus der Brust trinken, wird die Milchbildung durch die stärkere Entleerung der Brust mit einer häufigeren und gründlicheren Entnahme der Muttermilch gefördert.

In Zusammenarbeit mit der betreuenden Fachperson können folgende evidenzbasierte Strategien zur Steigerung der Milchmenge umgesetzt werden:

  • Hilfe bei Stillpositionen und Anlegen
  • Uneingeschränkter Hautkontakt während des Stillens und Förderung des körperlich wie auch psychisch angenehmen Stillens
  • Häufigeres Stillen in Abständen von weniger als drei Stunden, 8–12 Mal pro Tag
  • Vorübergehendes Abpumpen nach jeder Stillmahlzeit; beidseitiges Abpumpen (simultanes Abpumpen) der Brüste führt zu einer höheren Milchentnahme und besseren Entleerung der Brust
  • Brustmassage während des Abpumpens
  • Verwendung von korrekt sitzenden Brusthauben während des Abpumpens: Sie sollten die Brüste nicht abdrücken oder die Brustwarzen beschädigen. Es sind mehrere Brusthaubengrössen verfügbar, falls der Tunnel zu eng ist
  • Anwendung von Entspannungstechniken wie Musik und Tiefenatmung während des Abpumpens
  • Der Arzt kann der Mutter ein Galaktagogum verschreiben, ein Medikament, das die Milchproduktion anregt. 

Studienabstracts

Volume and frequency of breastfeedings and fat content of breast milk throughout the day

We aimed to provide information that can be used as a guide to clinicians when advising breastfeeding mothers on normal lactation with regard to the ...

Kent JC, Mitoulas LR, Cregan MD, Ramsay DT, Doherty DA, Hartmann PE (2006)

Pediatrics 117, 387-95


Longitudinal changes in breastfeeding patterns from 1 to 6 months of lactation

The most common reason given for discontinuation of exclusive breastfeeding is perceived insufficient milk supply. Breastfed infants show more variation in feeding frequency than bottle-fed ...

Kent JC, Hepworth AR, Sherriff JL, Cox DB, Mitoulas LR, Hartmann PE (2013)

Breastfeed Med, 8, 401-7

Literaturhinweise

American Academy of Pediatrics and The American College of Obstetricians and Gynecologists. Breastfeeding Handbook for Physicians 2006).

Donovan, T.J. & Buchanan, K. Medications for increasing milk supply in mothers expressing breastmilk for their preterm hospitalised infants. Cochrane. Database. Syst. Rev 3, CD005544 (2012).

Hill, P.D., Aldag, J.C., Chatterton RT. Initiation and frequency of pumping and milk production in mothers of non-nursing preterm infants. J Hum Lact. 2001;17(1):9-13

Hill, P.D., Aldag J.C., Chatterton RT, Zinaman M. Comparison of Milk Output Between Mothers of Preterm and Term Infants: The First 6 Weeks After Birth. J Hum Lact. 2005 February 1, 2005;21(1):22-30.

Kent, J.C. et al. Importance of vacuum for breastmilk expression. Breastfeed Med 3, 11-19 (2008).

Kent, J.C. et al. Longitudinal changes in breastfeeding patterns from 1 to 6 months of lactation. Breastfeed Med 8, 401-407 (2013).

Kent, J.C., Hepworth, A.R., Langton, D.B. & Hartmann, P.E. Impact of Measuring Milk Production by Test Weighing on Breastfeeding Confidence in Mothers of Term Infants. Breastfeed Med (2015).

Morton, J., Hall, J.Y., Wong, R.J., Benitz, W.E. & Rhine, W.D. Combining hand techniques with electric pumping increases milk production in mothers of preterm infants. J Perinatol 29, 757-764 (2009).

Parker, L.A., Sullivan, S., Krueger, C. & Mueller, M. Association of timing of initiation of breastmilk expression on milk volume and timing of lactogenesis stage II among mothers of very low-birth-weight infants. Breastfeed Med (2015).

Prime, D.K., Garbin, C.P., Hartmann, P.E. & Kent, J.C. Simultaneous breast expression in breastfeeding women is more efficacious than sequential breast expression. Breastfeed Med 7, 442-447 (2012).

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