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Physiologische Brustdrüsenschwellung

Zeit zum Lesen: 3 min.

Wenn die Milch zwischen dem zweiten und sechsten Tag nach der Geburt einschiesst, füllen sich die Brüste, werden schwer und schwellen ohne Schmerzen an. Wenn die Milchproduktion während dieser ersten Tage nach der Geburt stark ansteigt und mehr Milch erzeugt wird, als das Baby trinken kann, so kann ein schmerzhaftes Anschwellen der Brust, die sogenannte Brustdrüsenschwellung, auftreten.

Bei der initialen physiologischen Brustdrüsenschwellung ist die Brust im Übermass gefüllt, was zu lymphatischer und vaskulärer Verstopfung und Ödemen im Brustdrüsengewebe führt. Ödeme entstehen durch die Ansammlung von Milch, Blut und anderen Flüssigkeiten in der Brust. Die Schwellung kann am Brustwarzenhof, an den Brusträndern oder in beiden Bereichen auftreten. Die Brust wird dann hart und empfindlich und die Brustwarzen sind gespannt und abgeflacht. Die initiale Brustdrüsenschwellung darf nicht mit verstopften Milchkanälen verwechselt werden, auch wenn beide Probleme oft auf dieselbe Ursache, nämlich eine unzureichende Milchentnahme, zurückzuführen sind. Unbehandelt kann eine Brustdrüsenschwellung zu Schwierigkeiten beim Anlegen und einer Mastitis führen.

Eine pathologische Brustdrüsenschwellung kann während der Stillzeit jederzeit auftreten. Die Ursache ist oft ein zu enger BH oder ein schlecht sitzendes Tragetuch, das auf die Milchkanäle drückt. Ein Teil der Brust wird dann druckempfindlich. Eine unbehandelte Brustdrüsenschwellung kann zu verminderter Milchbildung, einer Mastitis und einem Abszess an der Brust führen.


Anzeichen für eine physiologische Brustdrüsenschwellung

Die initiale Brustdrüsenschwellung beginnt normalerweise mit der erhöhten Milchbildung nach der sekretorischen Aktivierung zwei bis sechs Tage nach der Geburt. Die Brüste sind meist geschwollen, schmerzhaft und empfindlich und weisen Rötungen, glänzende Haut und vereinzelte Ödeme auf. Die Symptome treten normalerweise beidseitig auf und sind generalisiert. Die Temperatur kann leicht erhöht sein (< 38,4 °C), aber im Gegensatz zur Mastitis liegen keine systemischen Symptome vor. 


Feststellung der Brustdrüsenschwellung

Es muss ein Laktationsexperte hinzugezogen werden. Die Untersuchung der Brüste und die Überprüfung auf Rötungen, Empfindlichkeit und Asymmetrie ist bei der Diagnose einer Brustdrüsenschwellung wichtig. 


Behandlung

Zusammen mit einer Stillberaterin oder einer medizinischen Fachkraft kann ein Behandlungsplan aufgestellt und seine Einhaltung überwacht werden. Bei der Behandlung der Brustdrüsenschwellung liegt das Hauptaugenmerk auf der häufigen und gründlichen Entleerung der Brust. Unter medizinischer Betreuung können die folgenden Strategien umgesetzt werden:

  • Häufiges und ergiebiges Stillen oder Abpumpen ab der ersten Stunde nach der Entbindung. Mütter sollten mit maximal drei Stunden Abstand zwischen den Stillmahlzeiten mindestens 8–12 Mal pro Tag stillen
  • Falls das Stillen nicht möglich ist, wird häufiges Abpumpen mit einer Milchpumpe 8–12 Mal pro Tag empfohlen
  • Vor dem Stillen kann der Milchfluss mit dem Auflegen von Wärmekissen auf die Brüste angeregt werden
  • Die Schmerzen können durch das Auflegen von Kühlkompressen oder gekühlten Kohlblättern gelindert werden
  • Vor dem Anlegen des Babys kann die Gegendruck-Technik angewendet werden. Dabei wird der Brustwarzenhof mit Hilfe von leichtem Druck/Massage geschmeidig gemacht, um die Schwellung vorübergehend leicht nach hinten und oben in die Brust zu verlagern und so dem Baby das Andocken zu erleichtern.
  • Bei empfindlichen Stellen an der Brust kann die Mutter das Baby beim Stillen so positionieren, dass sein Kinn auf die empfindliche Stelle weist
  • Bei Schmerzen, die den Milchspendereflex beinträchtigen, hilft oft die Behandlung mit einem entzündungshemmenden Wirkstoff nach medizinischer Rücksprache
  • Falls die Symptome nach 24–48 Stunden nicht nachlassen, grippeähnliche Symptome auftreten oder eine Verschlechterung eintritt, sollte sich die Mutter an einen Arzt wenden, da die Brustdrüsenschwellung zu einer Mastitis führen kann
  • Andere Techniken, wie thermische Ultraschallbehandlungen an der Brust und Massagen, bewirken bei manchen Frauen ebenfalls eine Schmerzlinderung

Studienabstracts

Reverse pressure softening: a simple tool to prepare areola for easier latching during engorgement

Successful breastfeeding requires efficient milk transfer through the nipple-areolar complex, which includes subareolar tissue. Subareolar tissue resistance increases during engorgement, when expanded circulation and excess ...

Cotterman KJ (2004)

J Hum Lact. 20(2):227-37

 

Maternal intravenous fluids and postpartum breast changes: a pilot observational study

The current breastfeeding initiation rate in Canada is approximately 87%. By one month, about 21% of women have stopped breastfeeding. Engorgement and edema in breast ...

Kujawa-Myles S, Noel-Weiss J, Dunn S, Peterson WE1, Cotterman KJ (2015)

Int Breastfeed J. 2;10:18

Literaturhinweise

Amir, L.H. ABM Clinical Protocol #4: Mastitis, Revised March 2014. Breastfeed Med 9, 239-243 (2014).

Jacobs, A. et al. S3-Guidelines for the Treatment of Inflammatory Breast Disease during the Lactation Period: AWMF Guidelines, Registry No. 015/071 (short version) AWMF Leitlinien-Register Nr. 015/071 (Kurzfassung). Geburtshilfe Frauenheilkd. 73, 1202-1208 (2013).

American Academy of Pediatrics and The American College of Obstetricians and Gynecologists. Breastfeeding handbook for physicians 2006).

Lawrence, R.A. & Lawrence, R.M. Breastfeeding: a guide for the medical profession (Elsevier Mosby, Maryland Heights, MO, 2011).

Cotterman, K.J. Reverse pressure softening: a simple tool to prepare areola for easier latching during engorgement. J Hum Lact 20, 227-237 (2004).

Kujawa-Myles, S., Noel-Weiss, J., Dunn, S., Peterson, W.E. & Cotterman, K.J. Maternal intravenous fluids and postpartum breast changes: a pilot observational study. Int Breastfeed J 10, 18 (2015).

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