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Risikofaktoren

Zeit zum Lesen: 5 min.

Risikofaktoren, welche die Initiierung beeinträchtigen können

Sekretorische Aktivierung

Der Beginn der Milchbildung erfolgt normalerweise 24 bis 72 Stunden nach der Geburt. Mit ihm geht die Bildung größerer Milchmengen einher.

Verzögerte sekretorische Aktivierung 

Liegt vor, wenn die Mutter auch nach Verstreichen von 72 Stunden nach der Geburt kein oder nur ein schwach ausgeprägtes Gefühl voller oder auslaufender Brüste hat.{1}

Frauen mit verzögerter sekretorischer Aktivierung haben eine um 60 % höhere Wahrscheinlichkeit, nach 4 Wochen mit dem Stillen aufzuhören.{2}

Es gibt einige Bedingungen oder Umstände, die das Risiko einer verzögerten sekretorischen Aktivierung erhöhen.

Auf diese Risikofaktoren sollten Frauen vor und nach der Geburt überprüft werden, da sie den Stillerfolg und die Milchbildung beeinträchtigen können.

Viele dieser Risikofaktoren können bereits vor der Geburt festgestellt werden: 

  • Adipositas der Mutter {3,5}
  • Diabetes {1,6}
  • Chirurgische Brustverkleinerung {7}
  • Primiparität – Erstgebärende {1, 6, 8}
  • Geburtseinleitung – Im Vergleich zu Frauen, bei denen die Wehen spontan einsetzen, ist die Wahrscheinlichkeit für Kaiserschnitt, Epiduralanästhesie, Dammschnitt und postpartale Blutungen höher, wenn eine Geburtseinleitung erfolgt. {8, 9}
  • Geplanter Kaiserschnitt {10}

Einige Risikofaktoren entstehen während oder nach der Geburt: 

  • Ungeplanter/Notfall-Kaiserschnitt {11}
  • Übermäßig strapaziöse oder anhaltende Wehen und Geburt. Psychosozialer Stress/Schmerzen {9,12-14}
  • Postpartale Blutung {1,15}
  • Frühgeburt oder späte Frühgeburt {1,16}
  • Trennung von Mutter und Kind {1,17}
  • Verzögertes erstes Stillen {18}
  • Weniger als achtmaliges Stillen (oder Abpumpen) pro 24 Stunden {19,20}

Es ist wichtig, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um künftige Auswirkungen dieser Faktoren auf die Laktation zu minimieren. 

Standardisiertes Stillprotokoll für Mütter mit Risikofaktoren, das Folgendes umfasst: 

  • Erkennen von Frauen mit Risikofaktoren während der Schwangerschaft
  • Bewährte Praktiken zur effektiven und frühen Unterstützung der Laktation bei Frauen mit festgestellten Risikofaktoren

Informationen für schwangere Frauen und Familien über: 

  • die verschiedenen Phasen der Laktation
  • die Milchproduktion
  • Risikofaktoren, die mit einer verzögerten sekretorischen Aktivierung in Zusammenhang gebracht werden
  • die besten Methoden, um eine ausreichende Milchmenge sicherzustellen

Allen Frauen sollte während der Schwangerschaft eine Stillberatung angeboten werden: 

  • Alle Risikofaktoren sollten dokumentiert und in der Krankenakte der Mutter vermerkt werden
  • Schwangere sollten zum Thema aufgeklärt werden und die Gelegenheit zum Gespräch über ihre Situation erhalten

Informationen für das Krankenhauspersonal über: 

  • die verschiedenen Phasen der Laktation
  • die Milchproduktion
  • Risikofaktoren, die mit einer verzögerten sekretorischen Aktivierung in Zusammenhang gebracht werden
  • bewährte Praktiken zur Sicherstellung ausreichender Milchmengen im Rahmen des Laktationsprotokolls für Mütter mit Risikofaktoren

Initiierung der Laktation

  • Förderung einer frühen, häufigen und optimalen Stimulation der Brust
  • Vermeidung einer verzögerten Initiierung
  • Milchpumpen für den Krankenhausgebrauch, die das kindliche Saugmuster nachahmen, helfen Müttern mit Risikofaktoren beim Erreichen einer ausreichenden Milchmenge, wenn eine verzögerte sekretorische Aktivierung auftritt{21-24}

Erfahren Sie mehr über den Erhalt der Milchbildung bei Müttern mit Risikofaktoren.

Folgerung 

Die passende klinische Intervention zum richtigen Zeitpunkt bietet Müttern die besten Chancen zum Erreichen ihrer Stillziele.

Bei Müttern mit Risikofaktoren ist es zum Erreichen einer ausreichenden Milchmenge ggf. notwendig, die Brust zusätzlich zum Stillen durch Abpumpen sowie durch Entleeren der Brust mit der Hand zu stimulieren und vollständig zu entleeren.{1}

Eine abwartende Haltung kann schon früh zu Stillproblemen führen.{1}

Frauen mit verzögerter sekretorischer Aktivierung können nach vier Wochen möglicherweise nicht mehr voll stillen.{2}

Das Vorliegen von Risikofaktoren sowie eine verzögerte sekretorische Aktivierung sollten als klinische Marker zur Erkennung von Frauen herangezogen werden, bei denen ein höheres Risiko für Stillschwierigkeiten und ein früheres Abstillen vorliegt.{2}

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